03/01/2019:

20 Jahre Proton Motor

 Große Jubiläumsfeier mit noch größerer Aufbruchsstimmung

Puchheim, 19.November 2018 – Wenn nicht jetzt, wann dann? Dr. Johannes Töpler vom Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband sprach es am Ende seines Vortrages über Nachhaltigkeit und Leistung während der Jubiläumsfeier anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Proton Motor Fuel Cell GmbH direkt aus: „It is the right time to do it. It is time for Proton Motor.“ Auch anhand der anderen Redner, darunter Rupert Buchsteiner, Vice President bei Magna International, Dr. Tobias Christoph Brunner, Geschäftsführer der Hynergy GmbH, oder Reinhold Wurster, Senior Consultant der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, bestätigte sich bei den rund 100 anwesenden Gästen der Feierlichkeiten mit integrierter Hausmesse auf dem Firmengelände von Proton Motor im oberbayerischen Puchheim das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn, wenn nicht jetzt die Zeit für den Vorreiter der Brennstoffzellen-Technologie, der nachhaltige Antriebs- und Energielösungen im mobilen und stationären Bereich konzipiert, fertigt und weiterentwickelt, gekommen ist, wann dann?

Dabei machte sich schon während der Begrüßung von Marketingleiter Manfred Limbrunner und den motivierenden Worten des Geschäftsführers und Investors der Proton Motor Fuel Cell GmbH, Dr. Faiz Francois Nahab Ph.D., eine Art Aufbruchstimmung breit. Der Visionär berichtete den, unter anderem aus Geschäftspartnern und Kunden von Proton Motor bestehenden Anwesenden über die Anfänge und ersten Gehversuche des Unternehmens, erwähnte wichtige Meilensteine und benannte aktuelle Projekte, darunter das mit einem HyRange® Brennstoffzellensystem ausgestattete Fuel Cell Range Extended Electric Vehicle (FCREEV) von Magna Steyr, das während der Hausmesse ausgestellt wurde.

Wer den Vortrag von Dr. Johannes Töpler verfolgte, wurde jedoch auch damit konfrontiert, dass die Mühlen des umweltgerechten Fortschritts langsam mahlen. Anhand einer Grafik des 2008 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichneten Naturwissenschaftlers Ernst Ulrich von Weizsäcker warf er die Frage auf, warum so viele denken, dass wir erst reich werden sollten, bevor wir uns den Klimaproblemen widmen. Weizsäcker machte bereits Mitte der 1990er Jahre in seinem Buch „Faktor Vier“ deutlich, dass Umweltschutz und wirtschaftlicher Wohlstand sich nicht ausschließen. Dennoch hinken wir in Deutschland vor allem im Transportsektor den angestrebten Klimazielen meilenweit hinterher. Das machte Reinhold Wurster bei seiner Präsentation zum Thema „Wasserstoff und Brennstoffzellen im Transportsektor – Klimaschutz, Energiewende und Industriestrategie“ deutlich. So müssten wir bis zum Jahr 2030 eine Reduzierung der Treibhausgase im Schwerlastverkehr von 60 Prozent erreichen. Anders ausgedrückt, die Visionäre von Proton Motor und ihre Partner wurden mittlerweile von der Realität überholt.

Diese sieht folgendermaßen aus: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Erdoberflächentemperatur um fast ein Grad Celsius erhöht. Nahezu alle Gletscher befinden sich auf dem Rückzug. Das arktische Meereis schmilzt und die kontinentalen Eisschilde Grönlands und der Antarktis verlieren zusehends an Masse. Der Meeresspiegel ist im weltweiten Durchschnitt um circa 20 Zentimeter gestiegen. Vor allem auch, weil sich das Meerwasser in den Tiefen des Ozeans erwärmt und ausgedehnt hat. In seinem Buch „Das Ende der Ozeane“ mahnt der Klimaforscher und Hochschulprofessor Mojib Latif: „Die Begrenzung des Klimawandels auf ein Maß, das die Ökosysteme auf dem Land und im Meer nicht kollabieren lässt, ist inzwischen eine wahre Herkulesaufgabe. Zulange haben die Menschen immer nur zugesehen.“ Den Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen um ungefähr 60 Prozent im Zeitraum von 1990 bis einschließlich 2013 bezeichnet der aus Funk und Fernsehen bekannte Klimaforscher als Bankrotterklärung der internationalen Klimaschutzpolitik.

Viele Menschen mögen zu lange Zeit zugesehen haben. Die Menschen bei und hinter Proton Motor haben bereits vor 20 Jahren die Zukunft in die Hand genommen und bis heute kontinuierlich Maßstäbe gesetzt. Beispielsweise 2001 mit dem weltweit ersten Brennstoffzellen Gabelstaplers am Münchner Flughafen. Oder 2004 mit den emissionsfreien Kleinbussen mit 40 kW Brennstoffzellensystem, die beim bayerischen Busunternehmen „Z Mobility“ in Dienst gestellt wurden. Ganz zu schweigen von dem ersten brennstoffzellenbetriebenen Fahrgastschiff im Jahr 2008. Im selben Jahr erfolgte die Weltpremiere des EcoCarrier HY3. 2013 stellte Proton Motor das erste mit Batterie und Brennstoffzelle betriebene, elektrische Nutzfahrzeug in der Gewichtsklasse 7,5 bis 12 t vor. Ein Jahr später begab sich der 7,5 t LKW mit dem hybriden 8 kW Brennstoffzellen/Batterie-System (HyRange®) von München nach Berlin auf Weltrekordfahrt.

Über die aktuellen Produkte und Projekte konnten sich die Gäste der Jubiläumsfeier direkt vor Ort informieren. Neben dem Fuel Cell Range Extended Electric Vehicle stellten die Puchheimer im Rahmen der Hausmesse auch den Elektrokleinbus e.GO Mover aus. Er ist das Ergebnis des Joint Ventures e.GO REX GmbH zwischen dem Elektroautounternehmen e.GO Mobile AG aus Aachen und der Proton Motor Fuel Cell GmbH. Ebenso konnte die Netzersatzanlage mit dem internen Namen „Edelweiß“ von den Besuchern in Augenschein genommen werden. Natürlich blieb während der ganztägigen Veranstaltung genug Zeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, über die Zukunft zu philosophieren, neue Pläne anzuschieben und sich kulinarisch zu stärken.

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